IMDIALOG

Wir sind eine Rostocker Bürgerinitiative - das Team „IMDIALOG“.

Gemeinsam mit Dir wollen wir interessante, nachdenkliche und kontroverse Themen ohne Scheuklappen aufgreifen. 

Dazu treffen wir uns einmal im Monat, um zusammen mit dem Nachdenkseiten Gesprächskreis in Rostock Erfahrungen, Standpunkte und Meinungen auszutauschen.  

Zusätzlich laden wir Referenten nach Rostock für interessante Vorträge ein, um uns durch alternative Erkenntnisse ein ergänzendes Lagebild zu verschaffen.


Es geht nicht fair zu. Nicht in der Welt, nicht in Europa und auch nicht in unserem Land. Die Menschlichkeit, die Gerechtigkeit und der soziale Zusammenhalt bleiben schon seit langem auf der Strecke. Wir müssen uns der Gründe dafür bewusst werden und auch anderen bewusst machen.

- Offener Brief -


Rostocker Gesprächskreis
aufstehen – ImDialog - Nachdenkseiten

Das Corona-Virus (SARS-CoV-2) versetzte die Welt in einen Ausnahmezustand. In Deutschland ist es inzwischen gelungen, die Ausbreitung zu verlangsamen. Dazu wurden umfangreiche Infektionsschutzverordnungen erlassen, die leider nicht nebenwirkungsfrei sind und unser Leben über lange Zeiträume maßgeblich beeinflussen werden.

Auch die Pandemie wird uns weiterhin begleiten. So bleibt es unverändert wichtig, sich und andere vor einer Ansteckung zu schützen. Das wird derzeit im Wesentlichen mit dem Konzept #AHA (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) getan.

Durch die neoliberale Politik der letzten Jahrzehnte sind anlässlich der Corona-Krise auch eine Wirtschaftskrise und damit eine Krise unserer Gesellschaft undefinierten Ausmaßes zu befürchten. So verschärft sich die Schere zwischen Arm und Reich in kürzester Zeit auf gravierende Weise. Daher kann es nicht mehr nur darum gehen, wie die Corona-Ansteckungsgefahr eingedämmt werden kann. Es stellt sich zunehmend die Frage, in was für einer Gesellschaft wir zukünftig leben wollen. Profitorientierung bietet keinen menschenwürdigen Lösungsansatz dafür; ein funktionierendes Gemeinwesen ist die relevante gesellschaftliche Grundlage. Die Chance auf eine gesellschaftliche Veränderung ist so groß wie nie. Eine Alternative zum Kapitalismus muss auf die Tagesordnung.

Forderung 1: Gemeinwirtschaftlichkeit/Re-Kommunalisierung

Alle Einrichtungen und Unternehmen, die existenzielle Güter und Dienstleistungen zur Grundversorgung für die Allgemeinheit bereitstellen (u.a. Krankenhäuser und Pflegeheime, Wasser-/ Elektrizitätsversorgung, Kommunikationsinfrastruktur, Bildungs-/Kultureinrichtungen) müssen zur Gemeinwirtschaftlichkeit verpflichtet werden.
Einrichtungen der Daseinsvorsorgedürfen nicht privaten Profitinteressen überlassen werden, sondern brauchen gemeinschaftliche Steuerung. Bei der Grundversorgung von Menschen darf nicht deren Zahlungsfähigkeit über den Zugang zu existenziellen Gütern und Dienstleistungen entscheiden.  Alle diese Güter und Dienstleistungen müssen gleichermaßen für die gesamte Gesellschaft bereitgesellt und von ihr kontrolliert werden. Die Lösung der Eigentumsfrage ist nach wie vor Dreh- und Angelpunkt der sozialen Prozesse in unserer Gesellschaft. Für neue Formen, wie Gemein-, Belegschafts-, kommunales Eigentum sind die Weichen zu stellen.
Entsprechend sind Privatisierungen rückgängig zu machen und zukünftig zu unterbinden. Die Re-Kommunalisierung aller Einrichtungen zur Daseinsvorsorge ist eine zentrale Forderung. Dazu gehört auch, dass an all jenen Einrichtungen, die eine Gesellschaft zusammenhalten, nicht länger im Zuge einer falschen Austeritätspolitik gespart werden darf.

Forderung 2: 

Solidarisches Miteinander in einer sozialen Gesellschaft

Die Ideologie der Ellenbogengesellschaftmuss entkräftet werden und an diese Stelle ein solidarisches Miteinander in einer sozialen Gesellschaft treten.
Neben den seit 1949 im Grundgesetz der Bundesrepublik verankerten Grundrechten sollten auch das Recht auf Gesundheit/Pflege und auf bezahlbares Wohnen sowie auf gesellschaftliche Teilhabe (Bildung, Kultur, Politik) gesetzlich festgeschrieben werden.
Außerdem muss es eine gerechte Beteiligung an unserer Gesellschaft geben; das heißt hohe Vermögen und Spekulationsgeschäfte müssen angemessen besteuert werden. Auch Konzerne, die mittels Internetplattformen gigantische Gewinne einstreichen und die Corona-Krisen-Gewinner sind (z.B. Amazon) müssen fair besteuert werden; Steuerprivilegien müssen geprüft und jeder Deal in Fällen von Steuerhinterziehung in Millionenhöhe unter Strafe gestellt werden, die entzogenen Steuern sind grundsätzlich in voller Höhe zu zahlen zuzüglich angemessener Strafzahlungen.
Die staatliche Unterstützung für Konzerne, die gleichzeitig Milliarden an Dividenden an Aktionäre ausschütten, muss verboten werden. Es dürfen nicht länger Gewinne privatisiert und Verluste auf die gesamte Gesellschaft umgelegt werden. Denn das ist absichtlich markt-manipulierende Politik; der „Markt“ würde das nicht ermöglichen. Auch diese ungerechte Fehlregulierung muss enden.
Gerechte Beteiligung bedeutet aber auch: Ressourcen, wie Erde, Luft, Wasser und sämtliche natürlichen Rohstoffe gehören allen. Faktoren, wie der ungehemmte Verbrauch oder die Verschmutzung solcher Ressourcen müssen einen Preis bekommen, der von den verursachenden Unternehmen zu zahlen ist. Das Streben nach ewigem Wachstum muss hinterfragt werden. Der Ressourcenverbrauch muss reduziert und die Umwelt geschützt werden.
Gerechte Beteiligung bedeutet außerdem die Einführung der 4-Tage-Woche, um eine bessere Work-Life-Balance zu ermöglichen, anstatt die Profitmaximierung für Wenige weiter zu forcieren.

Forderung 3: 

Neue Friedenspolitik/Drastische Militärkosten-Kürzung

Ein auf Konkurrenz und Bereicherung angelegtes Wirtschaftssystem begünstigt kriegerische Konflikte. Während es für ein funktionierendes Gemeinwesen und dabei erschreckender Weise mittlerweile auch in Bezug auf die Grundversorgung zunehmend an wesentlicher Ausrüstung fehlt, werden gleichzeitig unvorstellbare Summen für Aufrüstung ausgegeben.  Angesichts der Corona-Krise werden schon jetzt von führenden Politikern umfassende Kürzungsprogramme in allen sozialen Bereichen angekündigt. Diese Fehlentscheidungen auf die Frage, in welche Bereiche Steuergeld investiert werden soll, müssen korrigiert werden.
Aktuelle Kriege sind völkerrechtswidrig. In der Charta der Vereinten Nationen heißt es: „Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt." Diese Vereinbarung wird in den zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen weltweit gebrochen. Das darf so nicht weitergehen. Alle Kriegshandlungen unter deutscher Beteiligung müssen gestoppt werden. 
Es braucht eine weltweite Vereinbarung, dass alle atomaren, biologischen, chemischen und automatisierten Waffen sowie bewaffnete Drohnen verboten werden. Die Erde gehört allen Menschen gleichermaßen und darf nicht den Machtinteressen Weniger geopfert werden.
Jede Androhung von Gewalt muss zukünftig unterbleiben. Dazu gehören auch das Säbelrasseln an der russischen Grenze im Rahmen des riesigen Manövers „Defender 2020“ und die deutsche Politik der Aufrüstung. Militärausgaben müssen reduziert werden. Die Rüstungsindustrie muss umgewandelt werden in eine friedliche Industrie, zum Beispiel zur Herstellung innovativer Technologien zur Umsetzung der Klimawende. 
Diese neue Form der Friedenspolitik muss weltweit manifestiert werden. Wir brauchen eine humanistische Gesellschaft, eine wirkliche Demokratie, eine von Profitinteressen befreite Wirtschaft, einen gesunden und vernünftigen Konsum.
Rostock, der 17.10.2020
 

Für andere Meinungen und Standpunkte sind wir jederzeit gesprächsbereit.

 

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